Wie Schleim vor Infektionen schützt
Shownotes
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung untersuchen Wissenschaftler:innen die Mechanismen von Infektionskrankheiten und ihrer Abwehr. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung entwickeln wir systematisch in Richtung medizinischer Anwendung. Zu den wissenschaftlichen Fragestellungen, die wir bearbeiten, gehören:
- Was macht Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern?
- Warum sind manche Menschen besonders empfindlich, andere dagegen widerstandsfähig gegenüber Infektionen?
- Wie können wir in Infektionsprozesse eingreifen?
- Wie übertragen wir unsere Erkenntnisse auf die Anwendung beim Menschen?
Zur Klärung solcher Fragen untersuchen wir Erreger, die medizinisch relevant sind oder die als Modell für die Erforschung von Infektionen genutzt werden können. Das Verständnis dieser Mechanismen wird dazu beitragen, Infektionskrankheiten durch neue Medikamente und Impfstoffe zu bekämpfen. Ziele
Aufgabe des Zentrums ist es, zur Bewältigung der Herausforderungen beizutragen, die Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert an Medizin und Gesellschaft stellen. Seine Forschungsschwerpunkte hat das HZI im Programm Infektionsforschung festgelegt. Das Programm legt besonderes Gewicht auf den Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung, auf die individualisierte Infektionsmedizin und die Anwendung von Informations- und Datentechnologien für die Infektionsforschung.
Wenn ihr mehr über das HZI erfahren wollt, dann schaut doch einmal im Netz unter www.helmholtz-hzi.de vorbei.
Transkript anzeigen
00:00:05: Wenn wir
00:00:05: erkältet sind oder sich eine Allergie bemerkbar macht,
00:00:08: dann merken wir den Schleim, den unser Körper produziert.
00:00:12: Mal dickflüssig, mal dünnflüssiger, soll er Schmutz, Bakterien,
00:00:16: alte Zellen und Viren abtransportieren?
00:00:25: Aber dass er eigentlich immer da ist und dass wir erstmal auch erschwert,
00:00:29: überhaupt in unsere Zellen einzudringen, davon merken wir gar nichts.
00:00:33: Tatsächlich produzieren wir bis zu 1,5 Liter Schleim am Tag.
00:00:39: Diese Schleimschicht auf unseren Schleimhäuten ist
00:00:41: Teil des neuesten Forschungsprojekts mit verschiedenen Partnern von Professor
00:00:45: Christian Sieben und seiner Arbeitsgruppe Nanoinfektionsbiologie am HZI.
00:00:50: Zusammen mit der Arbeitsgruppe Transmissionsimmunologie
00:00:53: werden hier auf kleinster Ebene Infektionsmechanismen untersucht.
00:00:56: Mit speziellen Mikroskopen untersucht Professor Christian
00:00:59: Sieben, wie einzelne Viruspartikel von Atemwegsviren
00:01:02: mit Schleimhautzellen kommunizieren, um in sie eindringen zu können.
00:01:06: Und warum das Ganze?
00:01:08: Die Idee Wenn wir die Kommunikation der Viren
00:01:11: besser verstehen, dann können wir diese auch besser stören.
00:01:14: Denn Ausbrüche mit Ebola-, Hanta- oder Marburg-Viren treten immer wieder auf.
00:01:20: Und dann sei ja auch noch die jährliche Grippesaison.
00:01:23: Auch wenn wir das Wort Pandemie
00:01:24: nicht mehr hören können und das auch
00:01:26: in diesem Podcast schon vielfach gefallen ist.
00:01:28: Genau darum es. Denn es gibt genug
00:01:31: Kandidaten für die nächste und wir müssen ihnen zuvorkommen.
00:01:35: Das ist auch die Intention von Christian Sieben.
00:01:37: Und mit ihm spreche ich jetzt über Viren, über Schleim und darüber,
00:01:41: wie beides bei der Erforschung neuer Impfstoffe und Medikamente hilft.
00:01:48: Wie lösen Bakterien und Viren Krankheiten aus?
00:01:51: Wie wehrt sich unser Immunsystem dagegen?
00:01:53: Und was müssen Wirkstoffe können, um gefährliche Infektionen zu bekämpfen?
00:01:58: Am Helmholtz- Zentrum für Infektionsforschung, kurz
00:02:01: HZI, wird nach Antworten auf diese Fragen gesucht.
00:02:05: Wie diese Forschung funktioniert,
00:02:07: wie die Ergebnisse in der Medizin genutzt werden
00:02:09: und wer die Menschen sind, die hier forschen.
00:02:11: Das hört ihr hier bei InFact, dem Podcast
00:02:15: des Helmholtz- Zentrums für Infektionsforschung.
00:02:18: Ich bin Julia Demann, Biologin und Wissenschaftsjournalistin. Hi.
00:02:23: Ja, hallo, Christian.
00:02:24: Schön, dass wir miteinander sprechen können.
00:02:27: Wir sehen uns hier über den Bildschirm.
00:02:28: Du sitzt in Braunschweig.
00:02:30: Ich sitze in Köln und Christian.
00:02:32: Also Nanoinfektionsbiologie.
00:02:34: Das heißt ja, du arbeitest mit sehr, sehr, sehr kleinen Partikeln.
00:02:39: Du untersuchst sie unter dem Mikroskop und du untersuchst, wie einzelne Viren
00:02:42: unsere Zellen angreifen, sage ich mal, und was einzelne Proteine dabei auch machen.
00:02:48: Aber warum ausgerechnet Viren?
00:02:50: Also die sind ja so extrem klein.
00:02:52: Man könnte, glaube ich was Einfacheres mikroskopieren, oder?
00:02:55: Ja, könnte man.
00:02:57: Aber mit Mikroskopen schaut man sich ja im Prinzip kleine Dinge an
00:03:01: und das waren bei mir eigentlich immer Zellen.
00:03:04: Also ich habe angefangen mit Pflanzenzellen,
00:03:06: die haben eine ganz eigene Komplexität und Schönheit.
00:03:10: Und dann kam ich zu tierischen Zellen und auch zu den Viren.
00:03:15: Und das hat dann irgendwie mich gefangen.
00:03:18: Wenn man zum ersten Mal sich so einen Virus anschaut.
00:03:22: Man kann nur einzelnen Virus markieren.
00:03:25: Wir können den beobachten, die Viren und halt verfolgen
00:03:28: wie was die Viren so bei der Arbeit machen.
00:03:32: Bei der Zellinfektion machen. Und das hat mich dann nicht mehr losgelassen.
00:03:36: Und dann habe ich das weiter studiert und jetzt gehen wir eben so weit,
00:03:40: dass wir uns auch einzelne Proteine
00:03:41: anschauen, wie einzelne Rezeptoren mit Viren interagieren
00:03:45: und haben da jetzt so ein bisschen unseren methodischen Schwerpunkt hin verlagert.
00:03:49: Was braucht man da eigentlich für Vergrößerungen?
00:03:52: Und auch spezielle Mikroskope, nehme ich an, die Vergrößerungen sind gar
00:03:56: nicht so hoch.
00:03:57: Tatsächlich?
00:03:58: Also wir haben so 1002 1000 fach.
00:04:00: Vielleicht zum Vergleich
00:04:01: so ein Schulmikroskop, was man jetzt vielleicht auch mal benutzt
00:04:04: hat oder zu Hause hat.
00:04:05: Die gehen so bis 504 100 fach.
00:04:07: Mit denen kann man auch schon einzelne Zellen sehen bei den Viren.
00:04:11: Wir brauchen im Prinzip bestimmte Markierungsmethoden und damit
00:04:14: können wir dann einzelne virale Komponenten sehen.
00:04:17: Und damit haben wir einen enorm hohen
00:04:18: Kontrast und können auch Strukturen sehen, die sehr klein sind.
00:04:21: Tatsächlich?
00:04:23: Eine spezielle Methode vielleicht,
00:04:25: die bei uns noch benutzt wird, ist die superauflösende Mikroskopie.
00:04:30: Damit können wir eben dann
00:04:31: auch einzelne Proteine uns anschauen und auch einzelne Rezeptoren zum Beispiel
00:04:35: sehen, wie sie mit Lebenden in lebenden Zellen
00:04:38: sich bewegen und auch mit Viren interagieren.
00:04:40: Ja, es ist tatsächlich ziemlich faszinierend.
00:04:43: Also ich fand das auch am Anfang.
00:04:45: Ich finde es immer noch total cool.
00:04:46: Man sieht immer ein Virus und man sieht man.
00:04:48: Einzeln sieht man die Zelle, was die Zelle mit dem Virus macht.
00:04:51: Und dann haben wir im Prinzip unsere super- auflösende Brille
00:04:55: und können uns dann anschauen, wie einzelne virale oder
00:04:58: einzelne zelluläre Proteine mit den Viren interagieren.
00:05:02: Wahnsinn.
00:05:03: Also so richtig Kino auf, auf winzigste Ebene sozusagen.
00:05:07: Was passiert denn eigentlich, wenn so ein Virus an eine Zelle eindringt?
00:05:11: Genau.
00:05:12: Also das versuchen wir auch mitunter zu verstehen.
00:05:15: Ja, also in so einer Zelle ist ja nicht daran gewöhnt, mit Viren zu interagieren.
00:05:19: Vielleicht mal ganz einfach gesprochen Die Zellen interagieren miteinander.
00:05:23: Es gibt andere Dinge, die im Extrazellulärmilieu
00:05:27: eben herumschwimmen und mit den Zellen interagieren.
00:05:30: Und dann kommt auf einmal so ein Virus.
00:05:31: So hat noch kein Virus vorher gesehen. Was passiert dann?
00:05:34: Warum schaffen es die Viren trotzdem, so effektiv zu sein in diesem Erstkontakt?
00:05:40: Aber was im Prinzip passiert Die Viren binden an die Zellen,
00:05:43: die docken in ihre Rezeptoren und werden dann aufgenommen.
00:05:47: Dann passiert eben die Infektion.
00:05:49: Das genetische Material wird geliefert.
00:05:51: Die Zelle wird dann im Prinzip dazu gebracht,
00:05:53: virale Komponenten zu herzustellen und am Ende Viren zu produzieren.
00:06:00: Das passiert im Großen und Ganzen.
00:06:01: Wir versuchen im Prinzip diese erste, diese ersten Schritte zu verstehen
00:06:04: Was binden die Viren und was passiert danach und was das?
00:06:09: Also was möchtest du damit erreichen?
00:06:12: Wie kannst du das einsetzen in der Forschung dann?
00:06:15: Genau das ist eigentlich vielfältig.
00:06:17: Also wir wollen zumindest oder zum einen verstehen,
00:06:22: was im Prinzip die Viren binden.
00:06:24: Das hat also die den Hintergrund, dass man verstehen möchte,
00:06:27: welche Zelltypen oder welche Gewebetypen werden infiziert?
00:06:32: Das nennt man Tropismus.
00:06:33: Von einem Virus kann der Virus jetzt zum Beispiel unserer Nase infizieren
00:06:38: oder vielleicht auch unsere Lunge oder vielleicht einen ganz anderen Bereich?
00:06:41: Das wäre wichtig.
00:06:42: Wenn man jetzt ein neues Virus hat, dann müssen wir solche Dinge verstehen.
00:06:46: Zum einen eben die Identifikation.
00:06:48: Dann wollen wir verstehen, wie es funktioniert.
00:06:49: Auch einfach Warum versteht die Zelle oder
00:06:53: wie versteht die Zelle im Prinzip das Virus und führt damit
00:06:57: eine provirale Aktion aus und unterstützt das Virus bei der Infektion?
00:07:02: Das wollen wir einfach mechanistisch verstehen
00:07:04: und dann kann man vielleicht auch noch eine einen Bezug herstellen zu
00:07:09: auch kompetitiven Inhibitoren.
00:07:12: Zum Beispiel wenn man jetzt zum Beispiel an synthetischen Molekülen
00:07:16: arbeitet, die die Virusbindung verhindern sollen, zum Beispiel,
00:07:21: dann möchte man ja vielleicht verstehen, wie die wie die aufgebaut sind.
00:07:24: Ich habe eine Zeit lang an solchen Inhibitoren gearbeitet,
00:07:28: da spricht man auch von multivalenten Inhibitoren.
00:07:31: Die haben also mehrere Bindungen auf ihrer Oberfläche.
00:07:33: Ist so ein Partikel, sagen wir mal, die hat mehrere Bindungen.
00:07:35: Und jetzt war bei uns die Frage Wie viele brauchen wir denn?
00:07:38: Was hat denn das Virus, was möchte das Virus denn gerne binden?
00:07:41: Und dann ging es eben in die Richtung Okay, lass uns doch mal schauen,
00:07:45: wie ist denn die die Zelloberfläche beschaffen,
00:07:49: Um eine gute und stabile Wirt-Virus-Bindung zu gewährleisten,
00:07:53: können wir nicht einen Inhibitoren herstellen,
00:07:55: der das in ähnlicher oder Art und Weise oder sogar besser macht?
00:07:58: Das wäre noch ein weiterer vielleicht Ansatz, den man nutzen kann
00:08:03: oder mit dem man solche quantitativen Studien verbinden kann.
00:08:08: Krass.
00:08:09: Ja und was für Viren guckst du dir dann so an?
00:08:13: Genau.
00:08:14: Wir haben also einen Schwerpunkt auf respiratorischen Erregern.
00:08:17: Ich denke, Kern im Kern ist das schon seit längerem.
00:08:22: Jetzt haben wir auch in den letzten Jahren mit
00:08:25: mit dem respiratorischen Synzytial-Virus angefangen.
00:08:29: Ja, ist vielleicht auch vielleicht auch schon mal gehört.
00:08:32: Also im Fernseher
00:08:33: und RSV ist ein bisschen jetzt stärker und dann haben wir ein neueres Projekt.
00:08:37: Da geht es auch um hochpathogene Erreger.
00:08:40: Da arbeiten wir mit dem Marburg-Virus als Modellsystem bei uns.
00:08:44: Krass.
00:08:44: Ja, das ist auf jeden Fall schon sehr sehr sehr gefährlich.
00:08:48: Aber viele Forschende gehen ja davon aus, dass wenn wir jetzt mal das Wort Pandemie
00:08:53: noch mal in den Mund nehmen, dass die nächste tatsächlich von Influenza
00:08:57: Viren ausgelöst werden könnte, dass die einfach
00:09:00: das größte Risiko dafür darstellen.
00:09:04: Warum ist das eigentlich so?
00:09:07: Genau da gibt es, würde ich sagen, verschiedene Gründe.
00:09:11: Zum einen sind die Influenzaviren eben
00:09:14: sehr verschieden,
00:09:18: sehr variabel und verändern sich sehr schnell.
00:09:21: Also die haben eine hohe Mutationsrate und im Prinzip gleicht
00:09:26: keinem Virus genau dem anderen Virus in der Natur.
00:09:30: Im Labor ist es schon ein bisschen anders, aber in der Natur haben wir im Prinzip
00:09:33: sehr eine sehr hohe Variabilität von von verschiedenen Viren.
00:09:36: Bei einer typischen Infektion
00:09:38: und die Viren verändern sich konstant und entwickeln sich konstant weiter.
00:09:42: Das heißt, es ist schwierig für unsere, für unser Immunsystem,
00:09:45: da im Prinzip immer genau den richtigen
00:09:48: Antikörper oder genau den richtigen,
00:09:51: ja antiviralen Mechanismus zu haben, um die Viren eben
00:09:56: auch auf längere Zeit zu bekämpfen.
00:10:00: Das ist also ein Punkt auf der Virusseite.
00:10:02: Dann haben die Viren auch ein großes tierisches Reservoir.
00:10:05: Einfach also die Viren zirkulieren konstant,
00:10:09: die werden konstant in einem tierischen Reservoir in Wildvögel,
00:10:14: womit sich wiederum diese Variabilität
00:10:17: auch konstant aufrechterhält und weiterentwickelt.
00:10:21: Das heißt, da muss man auch ein Auge drauf haben,
00:10:23: welche Stämme aktuell zirkulieren und in welchen Tieren
00:10:26: und ob wir gegebenenfalls Kontakt haben zu diesen Tieren.
00:10:29: Es ist ja auch schon passiert in der Vergangenheit,
00:10:31: dass das quasi dann auf Säugetiere übergesprungen ist, zum Beispiel.
00:10:35: Genau.
00:10:35: Genau das ist jetzt tatsächlich in den letzten Jahren passiert,
00:10:39: dass es gerade bei dem hochpathogenen H5N1-Influenzavirus
00:10:44: auch eine starke Ausbreitung in Säugetieren
00:10:47: gab, auch in natürlich dann Nutztieren ist dann wiederum eine weitere.
00:10:51: Ein weiteres Problem, weil Nutztiere haben werden
00:10:53: in größeren Mengen gehalten, haben wiederum Kontakt mit Menschen
00:10:56: und ist ist auch ein kritisches Interface.
00:11:00: Und vielleicht noch
00:11:01: als letzten Punkt kann man noch sagen, bei Influenza ist
00:11:02: natürlich, dass es ein respiratorischer Erreger ist.
00:11:05: Die haben natürlich einfach
00:11:06: auch eine andere, andere Möglichkeit, sich schnell zu verbreiten,
00:11:10: weshalb man auch deshalb vielleicht den aus
00:11:13: Pandemievorsorgegründen gut beobachten sollte
00:11:17: als andere Erreger, die vielleicht schwieriger zu übertragen sind.
00:11:20: Und das ist wahrscheinlich auch zusammen mit dieser großen Variabilität
00:11:24: und dieser permanenten Weiterentwicklung auch der Grund, warum diese Grippeimpfung,
00:11:28: die wird ja jährlich auch angepasst, aber warum die trotzdem nicht so geschützt
00:11:32: und vor allem nicht vor allen Influenzastämmen?
00:11:34: Genau also die, die die Grippeimpfungen sind schon sehr gut.
00:11:40: Also die schützen vor,
00:11:43: ja vor einer schweren Erkrankung in erster Linie,
00:11:48: aber sie schützen eben nur vor den Stämmen, gegen die man geimpft wurde.
00:11:52: Und da muss man eben
00:11:53: so ein bisschen in die Zukunft schauen und versuchen vorherzusagen
00:11:57: aufgrund der globalen Dynamik, welche Stämme denn
00:11:59: in der nächsten Saison in dem jeweiligen Land zirkulieren könnten.
00:12:04: Und da kann man natürlich dann manchmal danebenliegen.
00:12:05: Manchmal funktioniert der Stoff auch nicht ganz so gut wie vorher,
00:12:08: aber im Grunde genommen
00:12:09: ist das schon eine sehr gute Impfung, hat aber eben diese Nachteile,
00:12:13: dass man mit der Variabilität der Viren und mit dieser Vorhersage eben leben muss.
00:12:19: Und vielleicht noch kann man noch dazu sagen, dass natürlich,
00:12:21: da wird auch daran gearbeitet, dass man das eben verbessert,
00:12:25: dass man entweder zum Beispiel
00:12:28: Antigene verwendet, die sehr konserviert sind zwischen Influenzaviren.
00:12:32: Da versucht man solche universalen, also universelle
00:12:36: Impfstoffe zu entwickeln, die möglichst breit
00:12:40: gegen viele verschiedene Influenza- Stämme funktionieren.
00:12:43: Oder man nimmt eine Mischung.
00:12:45: Das gibt es auch, dass man versucht, einfach auf einmal mit
00:12:48: mit neueren Impfstrategien zum Beispiel mRNA-Impfstoffen
00:12:52: einfach ist relativ einfach, vielleicht gegen verschiedene Varianten zu impfen,
00:12:57: ohne dass man jetzt Viren oder virale Proteine herstellen müsste.
00:13:00: Und ich glaube, du arbeitest ja auch gerade mit
00:13:04: mehreren anderen Arbeitsgruppen an so einem Großprojekt, wo
00:13:08: daran geforscht wird, wie man eben Impfstoff oder auch Medikamente
00:13:11: gegen Infektionen mit Influenzaviren vorbereitet,
00:13:15: die dann tatsächlich auch schnell angepasst werden können.
00:13:17: Magst du mal ein bisschen was zu erzählen?
00:13:19: Genau.
00:13:20: Wir haben ein weiteres, größeres Projekt.
00:13:23: Das nennt sich COMBINE.
00:13:24: Da geht es tatsächlich nicht um Influenza, da geht es um hochpathogene Viren.
00:13:28: Und da benutzen wir eben das Marburg-Virus als Modellsystem.
00:13:31: Das hat eine sehr, eine sehr starke Grundlagenforschungsrichtung,
00:13:37: dass man versucht zu verstehen, wie das Marburg-Virus funktioniert
00:13:41: und welche Rezeptoren verwendet werden zum Beispiel.
00:13:44: Aber wir wollen in der in dem Projekt eben auch Workflows Pipelines
00:13:48: entwickeln, um neue Erreger schneller zu charakterisieren.
00:13:52: Man bereitet sich ja vielleicht auf dieses Pathogenen vor,
00:13:55: weil wir nicht genau wissen, welches Pathogen es ist.
00:13:57: Und das ist ein wichtiger Bestandteil der Pandemie.
00:13:59: Vorsorge Und in diesem Projekt fokussieren wir uns
00:14:03: eben auf diesen Zelleintritt, weil wir da eben Expertise haben
00:14:06: und wir versuchen, Methoden und Modell- systeme zu entwickeln, um möglichst
00:14:11: schnell die
00:14:15: relevanten zellulären Faktoren zu identifizieren,
00:14:18: die ein bestimmtes Virus benötigt, um in die Zelle aufgenommen zu werden
00:14:22: und die man dann auch gezielt angreifen oder inhibieren kann.
00:14:27: Das ist ein Punkt.
00:14:29: Aber wie du schon sagst, hat auch das COMBINE-Projekt tatsächlich auch eine
00:14:33: oder eine antivirale eine therapeutische Seite.
00:14:36: Wir versuchen auch so Small Molecule Drugs zu entwickeln.
00:14:40: Also kleine Moleküle werden gescreent hier am HZI,
00:14:43: auch in einer benachbarten Gruppe in der Abteilung von Mark Brönstrup.
00:14:46: Den hattest du glaube ich auch schon mal im Podcast.
00:14:49: Genau mit dem zusammen versuchen wir solche
00:14:51: Small Molecules zu entwickeln und dann als zweiten Teil in Richtung.
00:14:55: Auch von diesen Universal Vaccines versuchen wir Epitope zu
00:14:59: charakterisieren, weil das Marburg-Virus ist auch ein systemisches Virus infiziert
00:15:04: verschiedene Bereiche unseres Körpers und die.
00:15:08: Die Hypothese dabei ist,
00:15:09: dass aus diesen verschiedenen Geweben in unserem Körper, sagen wir mal, dass
00:15:14: in der Leber und es interessiert, vielleicht auch in unseren Immunzellen.
00:15:17: Und die Viren,
00:15:18: die dabei produziert werden, sehen immer ein bisschen anders aus.
00:15:20: Und wenn man jetzt einen Impfstoff verwendet,
00:15:22: der vielleicht nur eine von diesen beiden Varianten
00:15:24: abbildet, dann kann das Virus vielleicht in dem anderen Gewebe munter
00:15:27: weiter replizieren.
00:15:28: Und das wollen wir verhindern, indem wir ein eine Strategie entwickeln,
00:15:33: die es uns ermöglicht, Antigene oder Epitope zu identifizieren,
00:15:39: die möglichst gegen alle Viren im Körper aktiv,
00:15:43: in allen Viren am Körper dargestellt werden.
00:15:45: Wahnsinn!
00:15:46: Das klingt sehr, sehr, sehr spannend, auch sehr anspruchsvoll.
00:15:50: Und bevor uns aber jetzt Viren infizieren,
00:15:53: müssen wir erstmal durch unsere Schleimhäute irgendwie durch.
00:15:57: Und wie die das machen, das guckst du dir ja auch ganz genau an
00:15:59: und zwar eben in einem weiteren, auch ziemlich neuen Forschungsprojekt.
00:16:03: Also wie kommen die überhaupt durch den Schleim durch?
00:16:05: Weil durch, weil Eigentlich soll er ja uns schützen.
00:16:09: Ja, genau das ist genau der Gedankengang.
00:16:11: Also vielleicht als als Hintergrund sollte man wissen, dass im Prinzip
00:16:14: unser respiratorischer Trakt ist mit so einer Schleimschicht bedeckt.
00:16:18: Zum einen,
00:16:19: damit er einfach nicht austrocknet, weil wir an der Luft Luft einatmen.
00:16:24: Und dieser Schleim ist tatsächlich auch sehr.
00:16:27: Der schützt uns eine Barriere, eine Barriere für unser,
00:16:31: für unser, für unseren Atemwegstrakt.
00:16:34: Und wir versuchen.
00:16:36: Dieser Schleim wird eigentlich in Labor versuchen meist dann nicht beachtet.
00:16:40: Man macht dann Versuche mit Zellkultur- medium,
00:16:42: das kann Schleim drauf über den Zellen und es gibt aber auch
00:16:46: sagen wir mal erweiterte Modelle, wo man diesen Schleim mit berücksichtigen kann.
00:16:50: Und wir haben dann einem anderen Projekt einfach mal darüber nachgedacht.
00:16:54: Okay, was ist eigentlich in diesem Schleim drin?
00:16:57: Wie funktioniert der genau diese Fragen, die du gerade auch gestellt hast.
00:16:59: Die Viren müssen da im Prinzip durch die einfache
00:17:03: sich das jetzt aktuell so dass der Schleim eigentlich so ein viskoses Gel ist.
00:17:08: Da sind viele Proteine drin, da ist Wasser drin, sind viele Zucker drin,
00:17:13: Antikörper vielleicht eine solche Sachen, die man so außerhalb von Zellen findet.
00:17:17: Und wir wollen jetzt eben verstehen. Ja, genau.
00:17:20: Wie gehen die Viren da durch?
00:17:21: Weil es ist schon so prinzipiell ein sehr gutes,
00:17:25: eine sehr gute antivirale Barriere.
00:17:28: Die wird dann eben durch diese Bewegung wird der Schleim im Fluss gehalten
00:17:33: und die Viren oder auch andere Partikel,
00:17:35: die wir einatmen, werden dann abtransportiert.
00:17:38: Und wir wollen eben verstehen.
00:17:39: Zum einen wie gelangen die Viren trotzdem durch
00:17:43: und auf welche Eigenschaften des Schleims kommt es dann im Prinzip an?
00:17:48: Es der Schleim besonders ist groß.
00:17:50: Sind da bestimmte Proteine angereichert?
00:17:52: Sind die Viren vielleicht angepasst
00:17:55: an diese Proteine oder diese Proteine eben nicht zu binden?
00:17:59: Das wollen wir verstehen.
00:18:00: Und im größeren Zusammenhang ist es eben auch so ein
00:18:03: One-Health-Projekt, wo wir eben Tier und Mensch,
00:18:07: tierische und menschliche Gesundheit verstehen wollen.
00:18:10: Gerade in Bezug auf solche zoonotischen Übertragungen
00:18:13: wie Influenzaviren, wie es der der Tierschleim,
00:18:17: sagen wir mal, beschaffen gegenüber dem menschlichen Schleim.
00:18:20: Gibt es da Unterschiede?
00:18:21: Gibt es da bestimmte Anpassungen,
00:18:23: die man vielleicht im Auge behalten sollte,
00:18:24: um gerade diese Barriere besser zu verstehen, die eben
00:18:27: solche zoonotischen Spillover- Übertragungen verhindert,
00:18:31: dass das das große Projekt und dann geht es hat es auch noch einen weiteren Punkt,
00:18:36: den man vielleicht noch erwähnen kann, dass wir den Schleim auch aus
00:18:41: aus Sicht des der Diagnostik und des als Biomarker verstehen wollen.
00:18:46: Zum Beispiel wenn man jetzt wir haben tierischen und menschlichen Schleim
00:18:50: schon verglichen, da sieht man Unterschiede.
00:18:51: Wir würden jetzt auch wir möchten auch zum Beispiel
00:18:53: menschliche Proben miteinander
00:18:55: vergleichen, um zu verstehen, ob es individuelle Unterschiede gibt.
00:18:59: Ist dein Schleim zum Beispiel jetzt sehr viel antivirale als mein Schleim?
00:19:03: Und wenn ja, warum kann man das?
00:19:06: Kann man diesen diese Eigenschaft vielleicht nutzen und verbessern
00:19:09: oder einfach auch als Marker benutzen, um zu sagen okay,
00:19:13: die Person sollte vielleicht sich impfen lassen
00:19:16: oder sollte vielleicht aufpassen und eine Maske tragen solche Dinge einfach.
00:19:21: Das ist jetzt ein bisschen
00:19:21: schon sehr viel weiter gedacht,
00:19:23: aber das könnte ich mir vorstellen,
00:19:24: dass es eine interessante Richtung wäre für uns.
00:19:27: Also das ist ja wirklich super, super vielfältig und ich.
00:19:31: Also das ist so,
00:19:32: so anschaulich irgendwie, weil ich meine, man kennt das ja,
00:19:34: wenn wenn die Nase
00:19:34: irgendwie läuft oder so aus welchen Gründen
00:19:36: auch immer, dass der Körper dann da irgendwie arbeitet.
00:19:39: Aber diese, ja dieses Verständnis, wie dieser Schleim
00:19:42: irgendwie uns uns schützt oder eben
00:19:44: vielleicht auch dann manche Menschen nicht so gut, super, super spannend.
00:19:47: Und da arbeitest du ja auch mit der Arbeitsgruppe von Dr.
00:19:50: Julia Port zusammen.
00:19:51: Also Transmissionsimmunologie
00:19:54: Mit ihr habe ich auch schon mal gesprochen,
00:19:56: nämlich darüber, wie Viren sich verbreiten.
00:19:57: Wer da gerne reinhören möchte, das ist Staffel zwei.
00:20:00: Folge zwei war auch ein sehr, sehr spannendes Gespräch.
00:20:04: Was ist denn so das Ziel dieser Untersuchungen?
00:20:07: Also brauchen wir mehr Schleim wird gefragt.
00:20:11: Also zu viel Schleim ist glaube ich nicht gut.
00:20:13: Also.
00:20:14: Oder es gibt ja auch eine pathologische Bereiche, in denen der Schleim
00:20:19: eben besonders geartet ist, zum Beispiel eine Mukoviszidose, Cystic Fibrosis.
00:20:23: Da ist der Schleim eben sehr zäh.
00:20:25: Das ist auf jeden Fall eher schlecht.
00:20:27: Es geht vor allem vielleicht eher um die Eigenschaften des Schleims.
00:20:31: Also ist wie es also wirklich
00:20:34: die physikalischen Eigenschaften wollen wir verstehen die Dichte, die Viskosität,
00:20:38: der Proteingehalt, der Zuckergehalt dann auch wirklich auf molekularer Ebene.
00:20:43: Welche Zucker sind drin, welche Proteine?
00:20:45: Die können wir auch dann isolieren und schauen, welche Faktoren
00:20:49: wirklich binden an die Viren und bedingen vielleicht eine verbesserte
00:20:54: oder verzögerte Viruspenetration durch den Schleim.
00:20:57: Also wirklich erst mal ein besseres Verständnis, wie der Schleim funktioniert,
00:21:02: gerade mit Hinblick auf eben zoonotische Übertragung und Spillover-Events.
00:21:06: Tier-Mensch dann und dann im weiteren Sinne wiederum
00:21:11: als, sagen wir mal, One-Health-Gedanken atmen wir ja auch noch andere Dinge ein.
00:21:17: Wir atmen im Sommer vielleicht Pollen ein, wir atmen Staub ein,
00:21:22: Saharasand atmen wir vielleicht ein.
00:21:24: Was hat das für ein Effekt auf den Schleim?
00:21:27: Da muss man schon sagen, dass das natürlich sehr komplexe
00:21:30: Effekte im Körper auch haben kann.
00:21:33: Das Immunsystem.
00:21:34: Du hast schon gemeint, dass die Nase läuft.
00:21:36: Das das ist natürlich jetzt bei uns ein bisschen reduziert.
00:21:39: Wir versuchen, das auf wirklich auf den Schleim zu reduzieren.
00:21:42: Und die körperliche Reaktion wird dabei
00:21:45: in erster Linie erst mal außer Acht gelassen.
00:21:49: Und genau so, dass er erstmal verstehen, welche Faktoren es sind.
00:21:52: Dann können wir eben diese diagnostische Richtung gehen,
00:21:55: dass wir bestimmte Schleimisolate daraufhin b Proben haben.
00:22:01: Die bestimmte Signatur aus solchen Eigenschaften,
00:22:05: die sehr kompatibel sind mit einer bestimmten Virusinfektion?
00:22:09: Und kann man diese Eigenschaften vielleicht sogar in Zukunft verändern?
00:22:13: Idealerweise nur, dass man die Leute Personen dann schützt.
00:22:16: Spannend.
00:22:17: Ja, also was ich jetzt auch rausgehört habe ist.
00:22:20: Du hast ja super
00:22:20: viele Gemeinschaftsprojekte, also mit nationalen
00:22:23: und eben auch internationalen Partnern und Arbeitsgruppen.
00:22:27: Was bedeutet dir eigentlich diese Kooperation?
00:22:31: Ja, also Kooperation und
00:22:33: Zusammenarbeit ist sehr zentral bei uns eigentlich.
00:22:37: Das fängt hier bei uns in der Gruppe an, wir arbeiten miteinander,
00:22:41: wir arbeiten mit den anderen Gruppen in der Abteilung.
00:22:44: Wir arbeiten hier an
00:22:45: sehr vielfältige Interaktionen am Zentrum und es geht auch darüber hinaus.
00:22:49: Das ist im Prinzip so eine ganz so ein ganz zentraler Punkt, eigentlich
00:22:53: der der wissenschaftlich
00:22:55: des wissenschaftlichen Lebens, dass man eine Community hat.
00:22:58: Netzwerken hört man immer sehr wichtig, dass man man kennt sich,
00:23:02: man liest die Arbeiten der anderen Leute, man weiß, was die anderen Leute machen
00:23:05: und so kommt man im Prinzip in solche Projekte rein und ich finde das
00:23:10: super wichtig.
00:23:11: Ich versuche das auch in meiner Gruppe weiterzugeben.
00:23:13: Also die Leute haben oftmals vielfältige Interaktionen,
00:23:18: sind in solche Kooperationsprojekte eingebunden, dass man einfach merkt,
00:23:22: dass es macht.
00:23:22: Einerseits macht es viel mehr Spaß,
00:23:25: wenn man mit anderen Leuten zusammenarbeiten kann.
00:23:27: Man kommt auch schneller voran, weil man auch
00:23:29: eigentlich nicht alles selbst machen kann.
00:23:30: Wir haben eine Core Expertise, eine zentrale Expertise.
00:23:35: Aber wenn man jetzt zum Beispiel jemanden braucht,
00:23:37: der sich mit Protein Proteomik auskennt oder mit der Chemie
00:23:41: oder solche Small Molecule Screens macht, dann spricht man eben
00:23:45: über solche Projekte und so kommen Kooperationen zustande.
00:23:49: Schön. Ja.
00:23:50: Gibt es da was, wo du sagst, da können wir vielleicht auch
00:23:53: als Gesellschaft von der Forschung was lernen?
00:23:57: Ja, also im Prinzip, finde ich,
00:24:00: ist es eine sehr zentrale Offenheit, dass man
00:24:05: das könnte
00:24:05: man vielleicht auch in andere Bereiche übertragen, dass man sich
00:24:08: für andere Dinge interessiert.
00:24:10: Da sind auch wirklich Länder
00:24:13: und Grenzen und alles spielt eigentlich gar nicht so eine Rolle.
00:24:16: Das ist wirklich eine sehr, sehr diverse
00:24:20: Umgebung, dass man sich interessiert.
00:24:24: Offen ist auch überhaupt nicht.
00:24:26: Nichts bewertet erst mal wirklich ja,
00:24:30: eine eine sehr kollegiale Umgebung
00:24:36: sich in einer kollegialen Umgebung sich bewegt.
00:24:41: Ja ohne Hintergedanken oder um einfach ein Projekt oder Dinge
00:24:46: gemeinsam voranzutreiben, ohne starke Konkurrenzgedanken oder
00:24:52: ja wirklich zum zum Wohle des des Projekts
00:24:56: um einfach was Neues rauszufinden um was zusammen zu machen.
00:24:59: Vielleicht können wir da ja
00:25:00: alle ein bisschen was draus mitnehmen für unseren Alltag.
00:25:04: Was ist denn so dein dein Ziel?
00:25:06: Also wo? Worauf arbeitest du hin?
00:25:08: Was? Was wünschst du dir mit deiner Forschung zu erreichen?
00:25:11: Ja, also wir sind ja noch ein sehr junges Team, eine sehr junge Gruppe.
00:25:15: Also zunächst mal wünsche ich mir, dass unsere Gruppe sich etabliert,
00:25:20: dass auch unsere Ziele und unsere Konzepte etabliert sind in der Community.
00:25:26: Wir haben ein paar Dinge jetzt neu angefangen,
00:25:30: die würde ich schon gerne einfach etablieren und so, dass sich das
00:25:34: eben als als neue oder als Forschungszweig Forschungsrichtung etabliert.
00:25:39: Diese Nanoinfektionsbiologie aus wissenschaftlicher biologischer Sicht,
00:25:45: einfach um Dinge besser zu verstehen, wie wir mit Zellen kommunizieren einfach.
00:25:49: Da gibt es jetzt eine neue Hinweise und neue Ideen und Hypothesen.
00:25:55: Und dann Wir haben jetzt viel auch über diese Mukussache besprochen.
00:25:58: Da denken wir auch viel über, ja einfach weiterführende Dinge nach,
00:26:03: dass man aus der Grundlagenforschung auch bestimmte Aspekte dann eben weiterträgt
00:26:07: in die, in die,
00:26:11: in die Therapieentwicklung zum Beispiel,
00:26:15: also neue diagnostische Ansätze, neue Therapieansätze.
00:26:18: Das ist auch wirklich irgendwie ein langfristigen Impact hat was wir machen.
00:26:23: Wir hatten ein paar Punkte angemerkt, dass wir natürlich schön,
00:26:26: wenn sich davon auch ein paar Dinge vielleicht dann irgendwie ja
00:26:32: als als gut herausstellen oder irgendwie
00:26:38: etabliert werden können, dass wir das würde ich mir wünschen,
00:26:40: sagen wir mal so für die nächsten zehn Jahre vielleicht.
00:26:44: Wir denken ja im Moment viel über Transferprojekte nach,
00:26:47: weil es hier im HZI gute Strukturen dafür gibt.
00:26:51: Also das würde mich auch freuen,
00:26:52: wenn es da zum Beispiel vielleicht gibt es in in zehn Jahren
00:26:55: irgendwie ein solches Assay-Kit im Krankenhaus
00:26:59: und dann können die Leute eben,
00:27:01: wenn sie reinkommen, kriegen sie ihren Mukus getestet und dann kann man
00:27:05: vielleicht irgendwie ein Häkchen machen auf dem Anamneseblatt und dann sagen okay,
00:27:09: vielleicht sollte man darauf achten bei der weiteren Behandlung der Person.
00:27:13: Das finde ich auf jeden Fall eine, also ich würde sagen eine schöne
00:27:16: und vielleicht auch eine realistische Vision, aber.
00:27:20: Also als Wissenschaftler forscht sie ja verdammt viel.
00:27:23: Man merkt auch, dass du das mit sehr großer Leidenschaft
00:27:26: auf jeden Fall tust, so wie du darüber berichtest.
00:27:29: Und Aber dein Tag hat eben auch nur 24 Stunden
00:27:33: und du brauchst da vielleicht auch mal ein bisschen Ausgleich.
00:27:36: Was machst du da?
00:27:37: Familie ist ein großer Gegenpol.
00:27:40: Also wir machen viel mit der Familie.
00:27:42: Ich interessiere mich für Dinge für Sport, Videospiele.
00:27:47: Ich habe.
00:27:47: Im Moment, würde ich sagen, würde ich nicht behaupten,
00:27:49: dass ich irgendwie Hobbys nachgehe, ehrlich gesagt.
00:27:51: Aber ich interessiere mich für Sachen und versuche, da
00:27:54: so ein paar Dinge vielleicht voranzutreiben.
00:27:56: Aber sagen wir mal, der große Gegenpol ist die Familie und Dinge,
00:28:00: die wir dann eben außerhalb der Arbeit mit der Familie zusammen machen.
00:28:03: Schön.
00:28:04: Hast du vielleicht noch eine Art Ja, Take-home-
00:28:07: Message für unsere Hörerinnen und Hörer vielleicht. Ja.
00:28:10: Dieser One-Health-Gedanke ist, finde ich, eine gute Take-home-Message,
00:28:13: dass man vielleicht einfach bedenkt, in welcher in der Welt
00:28:17: oder ein bisschen mehr darüber nachdenkt.
00:28:18: Über die Welt, in der man sich befindet, dass unsere Gesundheit
00:28:22: mit der Gesundheit, vielleicht der Tiere zusammenhängt,
00:28:25: dass bestimmte Grenzflächen eben bestehen,
00:28:29: dass Dinge übertragen werden können.
00:28:31: Wir haben das in den in den letzten Jahren
00:28:33: natürlich irgendwie zu spüren bekommen.
00:28:35: Und dass die die Biologie, die Virologie, die Infektionsbiologie
00:28:41: auch wirklich hart daran arbeitet, diese Dinge zu verstehen
00:28:45: und auch die Bevölkerung oder besser uns
00:28:48: selbst alle, die Bevölkerung besser zu schützen
00:28:51: und dass man einfach wieder mehr Vertrauen vielleicht in die Wissenschaft gewinnt.
00:28:57: Das hat er so ein bisschen gelitten, vielleicht über die letzten Jahre,
00:29:02: dass wir hatten über Kooperation gesprochen.
00:29:06: Es gibt wirklich viele Netzwerke und viele schlaue Leute,
00:29:10: die versuchen, diese Sachen zu verstehen und Mechanismen zu entwickeln, Konzepte
00:29:14: zu entwickeln, um uns besser zu schützen vor den vor dem nächsten Ausbruch.
00:29:19: Und ja, wenn sich die Leute dafür interessieren, finde ich das total cool.
00:29:24: Das hoffe und glaube ich auf jeden Fall auch.
00:29:28: Vielen, vielen Dank für deine Zeit und das spannende Gespräch.
00:29:31: Ja, sehr gerne. Vielen Dank!
00:29:32: Professor Christian Sieben erforscht,
00:29:34: wie genau Viren
00:29:35: in Schleimhautzellen eindringen, damit wir ihnen künftig zuvorkommen können.
00:29:40: InFact ist ein Podcast der Helmholtz- Zentrum für Infektionsforschung GmbH,
00:29:44: Braunschweig, produziert von TVN Corporate Media Creative Producer Rolf Rosenstock.
00:29:50: Ich bin Julia Demann.
00:29:51: Das war die zweite Folge unserer dritten Staffel und wir hören uns in der nächsten
00:29:55: Folge wieder. Ciao!
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