Wie Schleim vor Infektionen schützt

Shownotes

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung untersuchen Wissenschaftler:innen die Mechanismen von Infektionskrankheiten und ihrer Abwehr. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung entwickeln wir systematisch in Richtung medizinischer Anwendung. Zu den wissenschaftlichen Fragestellungen, die wir bearbeiten, gehören:

  • Was macht Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern?
  • Warum sind manche Menschen besonders empfindlich, andere dagegen widerstandsfähig gegenüber Infektionen?
  • Wie können wir in Infektionsprozesse eingreifen?
  • Wie übertragen wir unsere Erkenntnisse auf die Anwendung beim Menschen?

Zur Klärung solcher Fragen untersuchen wir Erreger, die medizinisch relevant sind oder die als Modell für die Erforschung von Infektionen genutzt werden können. Das Verständnis dieser Mechanismen wird dazu beitragen, Infektionskrankheiten durch neue Medikamente und Impfstoffe zu bekämpfen. Ziele

Aufgabe des Zentrums ist es, zur Bewältigung der Herausforderungen beizutragen, die Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert an Medizin und Gesellschaft stellen. Seine Forschungsschwerpunkte hat das HZI im Programm Infektionsforschung festgelegt. Das Programm legt besonderes Gewicht auf den Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung, auf die individualisierte Infektionsmedizin und die Anwendung von Informations- und Datentechnologien für die Infektionsforschung.

Wenn ihr mehr über das HZI erfahren wollt, dann schaut doch einmal im Netz unter www.helmholtz-hzi.de vorbei.

Transkript anzeigen

00:00:05: Wenn wir erkältet sind oder sich eine Allergie bemerkbar macht, dann merken wir den Schleim, den unser Körper produziert.

00:00:12: Mal dickflüssig mal dünnflissiger soll er Schmutz, Bakterien alte Zellen und Viren abtransportieren.

00:00:25: Aber dass ja eigentlich immer da ist und das Viren erstmal auch erschwert überhaupt in unsere Zellen einzudringen davon merken gar nichts.

00:00:33: Tatsächlich produzieren wir bis zu einen Komma fünf Liter Schleim am Tag.

00:00:39: Diese Schleimschicht auf unseren Schleimehäuten ist Teil des neuesten Forschungsprojekts mit verschiedenen Partnern von Professor Christian Sieben und seiner Arbeitsgruppe Nano-Infektionsbiologie, am

00:00:49: HZI.

00:00:50: Zusammen mit der Arbeitsgruppetransmissionsimmunologie werden hierauf kleinster Ebene Infektionsmechanismen untersucht.

00:00:57: Mit speziellen Mikroskopen untersucht Professor Christian Sieben, wie einzelne Viruspartikel von Atemwegsviren mit Schleimhautzellen kommunizieren um in sie eindringen zu können.

00:01:07: Und warum das Ganze?

00:01:08: Die Idee – wenn wir die Kommunikation der Viren besser verstehen dann können wir diese auch besser stören!

00:01:14: Denn Ausbrüche mit Ebola-, Hunter- oder Marburgviren treten immer wieder auf und dann ist da ja noch die jährliche Grippesaison Auch wenn wir das Wort Pandemie nicht mehr hören können und es auch in diesem Podcast schon vielfach gefallen ist, genau darum geht's.

00:01:30: Denn es gibt genug Kandidaten für die Nächste – und wir müssen ihnen zuvorkommen!

00:01:35: Das ist auf die Intention von Christian Sieben Und mit ihm spreche ich jetzt über Viren, über Schleim und darüber wie beides bei der Erforschung neuer Impfstoffe und Medikamente hilft?

00:01:48: Wie lösen Bakterien- und Vierenkrankheiten aus?

00:01:51: Wie währt sich unser Immunsystem dagegen?

00:01:54: Und was müssen Wirkstoffe können, um gefährliche Infektionen zu bekämpfen?

00:01:58: Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung kurz HCI wird nach Antworten auf diese Fragen gesucht.

00:02:05: Wie diese Forschung funktioniert, wie die Ergebnisse in der Medizin genutzt werden und wer die Menschen sind, die hier forschen – das hört ihr hier bei Infect!

00:02:14: dem Podcast des Helmholzzentrums für Infektionforschungen.

00:02:18: Ich bin Julia Dehmann, Biologin & Wissenschaftsjournalistin.

00:02:21: Hi Hallo Christian, schön dass wir miteinander sprechen können.

00:02:27: Wir sehen uns hier über ein Wildschirm.

00:02:28: du sitzt im Braunschweig ich sitze in Köln und Christian also Nano-Infektionsbiologie.

00:02:34: das heißt ja du arbeitest mit sehr kleinen Partikeln Du untersuchst die unter dem Mikroskop Und du untersuchste wie einzelne Viren unsere Zellen angreifen sag' ich mal und was einzelnen Portueile dabei auch machen.

00:02:48: aber warum ausgerechnet Vieren?

00:02:50: Die sind ja so extrem klein.

00:02:52: Man könnte, glaube ich, was einfacheres Mikroskopieren oder?

00:02:55: Ja, könnte man aber mit Mikroskruppen schaut man sicher im Prinzip kleine Dinge an und das waren bei mir eigentlich immer Zellen.

00:03:04: also ich habe angefangen mit Pflanzenzellen die haben eine ganz eigene Komplexität und Schönheit Und dann kam ich zu ja tierischen zellen und auch zu den Viren und Das hat dann irgendwie mich gefangen wenn man zum ersten Mal sich so ein Virus anschaut.

00:03:23: Man kann dann einzelnen Virus markieren, wir können den Beobachten divieren und halt verfolgen wie was die Viren bei der Arbeit machen oder bei der Zellinfektion machen.

00:03:34: und das habe ich dann nicht mehr losgelassen und dann habe ich das weiter studiert.

00:03:39: Und jetzt gehen wir eben soweit dass wir uns auch einzelne Proteine anschauen wie einzelne Rezeptoren mit Viren interagieren und haben da jetzt noch ein bisschen unseren methodischen Schwerpunkt hin verlagert.

00:03:49: Was braucht man da eigentlich für Vergrößerung und also auch spezielle Mikroskope, nämlich an?

00:03:55: Die Vergröserungen sind gar nicht so hoch tatsächlich.

00:03:58: Also wir haben so tausend, zweitausendfach vielleicht zum Vergleich ein Schulmikroskop was man jetzt vielleicht auch mal benutzt hat oder zu Hause hat die gehen so bis fünfhundert, vierhundertfach.

00:04:08: mit denen kann man auch schon einzelne Zellen sehen.

00:04:10: Bei den Viren, wir brauchen im Prinzip bestimmte Markierungsmethoden und damit können wir dann einzelne virale Komponenten sehen.

00:04:17: Und damit haben wir einfach einen enorm hohen Kontrast und können auch Strukturen sehen die sehr klein sind.

00:04:21: tatsächlich Eine spezielle Methode vielleicht die bei uns noch benutzt wird ist die super auflösende Mikroskopie.

00:04:30: Ja, damit können wie eben dann auch einzelne Proteine uns anschauen oder einzelne Rezeptoren zum Beispiel sehen Wie sie in lebenden Zellen sich bewegen und mit Viren interagieren.

00:04:40: Ja, es ist tatsächlich ziemlich faszinierend.

00:04:43: Also ich fand das auch am Anfang... also ich finde es immer noch total cool, man sieht im Prinzip ein Virus und dann sieht man die Zelle was die Zellen mit dem Virus macht und dann haben wir unsere super auflösende Brille und können uns anschauen wie einzelne Virale oder einzelne zelluläre Proteine mit den Viren interagieren.

00:05:02: Wahnsinn!

00:05:03: Also richtig Kino auf winzigster Ebene sozusagen.

00:05:07: Passiert denn eigentlich, wenn so ein Virus an eine Zelle eindringt?

00:05:12: Genau.

00:05:12: Also das versuchen wir auch mitunter zu verstehen.

00:05:15: ja also in so einer Zelle ist ja nicht daran gewöhnt mit Viren zu interagieren.

00:05:19: vielleicht mal ganz einfach gesprochen die zellen interagierend miteinander.

00:05:23: es gibt andere Dinge die im extrazionären Milieu eben herum schwimmen und mit den zellen Interagieren Und dann kommt auf einmal so ein virus so die cell hat noch kein virus vorher gesehen.

00:05:33: was passiert dann?

00:05:34: warum schaffen es die viren trotzdem so effektiv zu sein in diesem Erstkontakt.

00:05:40: Aber was im Prinzip passiert, die Viren binden an die Zellen?

00:05:43: Die docken dann ihre Rezeptoren und werden dann aufgenommen.

00:05:47: Dann passiert eben die Infektion.

00:05:50: Das genetische Material wird geliefert.

00:05:51: Die Zelle wird dann im Prinzip dazu gebracht, virale Komponenten herzustellen und am Ende Viren zu produzieren.

00:06:00: Das passiert im Großen und Ganzen, wir versuchen im Prinzip diese ersten Schritte zu verstehen.

00:06:04: was binden die Viren?

00:06:05: Und was passiert danach?

00:06:09: Was möchtest du damit erreichen?

00:06:12: wie kannst Du das einsetzen?

00:06:13: in der Forschung dann

00:06:16: Genau, das ist eigentlich vielfältig.

00:06:17: Also wir wollen zumindest oder zum einen verstehen was im Prinzip die Viren binden ja?

00:06:24: Das hat also den Hintergrund dass man verstehen möchte welche Zelltypen oder welche Gewebetypen werden infiziert.

00:06:32: Das nennt man Tropismus von einem Virus.

00:06:34: kann der Virus jetzt zum Beispiel unsere Nase infizieren oder vielleicht auch unsere Lunge oder vielleicht ein ganz anderen Bereich.

00:06:41: Das wäre wichtig, wenn man jetzt ein neues Virus hat.

00:06:44: Dann müssen wir solche Dinge verstehen.

00:06:46: Zum einen eben die Identifikation und dann wollen wir verstehen wie es funktioniert auch einfach.

00:06:50: Warum versteht die Zelle oder wie versteht sie im Prinzip das Virus?

00:06:56: Und führt damit eine provirale Aktion aus und unterstützt das Virus bei der Infektion.

00:07:02: Das wollen wir einfach mechanisch verstehen Und dann kann man vielleicht auch noch einen Bezug herstellen zu kompetitiven Inhibitoren zum Beispiel.

00:07:12: Wenn man jetzt zum Beispiel an synthetischen Molekülen arbeitet, die Virusbindung verhindern sollen

00:07:19: z.B.,

00:07:21: dann möchte man ja vielleicht verstehen wie die aufgebaut sind.

00:07:25: Ich habe eine Zeit lang an solchen Intibitoren gearbeitet.

00:07:29: Da spricht man auch von multivalenten Intibitorn, die haben also mehrere Bindungen auf ihrer Oberfläche.

00:07:33: Also so ein Partikel, sagen wir mal der hat mehrere Bindung.

00:07:36: und jetzt war bei uns die Frage wie viele brauchen wir denn?

00:07:39: Was hat denn das Virus?

00:07:40: was möchte das Virus dann gerne binden?

00:07:42: Und dann ging es eben in die Richtung okay lass uns doch mal schauen Wie ist denn die die Zelloberfläche beschaffen um eine gute und stabile Virusbindung zu gewährleisten, können wir nicht ein Inhibitor herstellen der das in ähnlicher oder atemweise oder sogar besser macht.

00:07:58: Das ist ja noch ein weiterer vielleicht Ansatz den man nutzen kann oder mit dem man solche quantitativen Studien verbinden kann.

00:08:08: Krass!

00:08:10: Was für Viren guckst du dir dann so an?

00:08:14: Wir haben also einen Schwerpunkt auf respiratorischen Erregern.

00:08:19: im Kern ist das Influencer schon seit längerem.

00:08:22: Jetzt haben wir auch in den letzten Jahren mit dem respiratorischen Syncytial-Virus angefangen, RSV vielleicht auch schon mal jemand gehört.

00:08:32: Also Influenza und RSV sind ein bisschen jetzt stärker und dann haben bei EMT ein neueres Projekt.

00:08:37: da geht es auch um Hochpatogene Arega.

00:08:41: Da arbeiten wir mit dem Marburg Virus als Modellsystem bei uns.

00:08:44: Krass, ja das ist auf jeden Fall schon sehr gefährlich.

00:08:48: Aber viele Forschende gingen davon aus dass wenn wir jetzt mal das Wort Pandemie in den Mund nehmen, dass die nächste tatsächlich von Influencerviren ausgelöst werden könnte, dass sie einfach das größte Risiko dafür darstellt.

00:09:04: warum ist es eigentlich so?

00:09:08: Genau, da gibt es verschiedene Gründe.

00:09:11: Zum einen sind die Influencer sehr verschieden und variabel.

00:09:20: und verändern sich sehr schnell.

00:09:22: Die haben eine hohe Mutationsrate, im Prinzip gleicht kein Virus genau dem anderen Virus in der Natur.

00:09:30: Im Labor ist es schon ein bisschen anders aber in der Natur haben wir im Prinzip eine sehr hohe Variabilität von verschiedenen Viren bei einer typischen Infektion und die Viren verändern sie konstant und entwickeln sich konstant weiter.

00:09:42: das heißt es ist schwierig für unser Immunsystem da im Prinzip immer genau den richtigen Antikörper oder genau dem richtigen antiviralen Mechanismus zu haben, um die Viren auch auf längere Zeit zu bekämpfen.

00:10:00: Das ist also ein Punkt auf der Virusseite.

00:10:02: und dann haben die Vieren auch ein großes tierisches Reservoir einfach.

00:10:05: Die Influencerviren zirkulieren konstant einen tierischen Reservoire in Wildvögeln womit sich wiederum diese Variabilität auch konstant aufrechterhält und weiterentwickelt.

00:10:21: Das heißt, da muss man ein Auge drauf haben, welche Stämme aktuell zirkulieren?

00:10:25: Und in welchen Tieren?

00:10:26: Ob wir gegebenenfalls Kontakt zu diesen Tieren haben ...

00:10:29: Ja das ist ja schon passiert in der Vergangenheit, dass es quasi dann auf Säugetiere übergesprungen ist zum Beispiel.

00:10:36: Genau, das ist jetzt tatsächlich in den letzten Jahren passiert.

00:10:39: Das es auch gerade bei dem Hochportogen H-Ven-I aviäreninfluencer Virus eine starke Ausbreitung in Säugetieren gab.

00:10:48: Auch natürlich Nutztiere sind dann wiederum ein weiteres Problem weil Nutztiere werden in größeren Mengen gehalten haben wiederum Kontakt mit Menschen und also auch ein kritisches Interface.

00:11:00: Vielleicht noch als letzten Punkt kann man sagen bei Influenza ist es ein respiratorischer Erreger.

00:11:05: Die haben natürlich auch eine andere Möglichkeit, sich schnell zu verbreiten weshalb man vielleicht den aus Pandemie-Vorsorgegründen gut beobachten sollte als andere Arreger die vielleicht schwieriger zu übertragen sind.

00:11:20: Und das ist wahrscheinlich auch, also zusammen mit eben dieser großen Variabilität und dieser permanenten Weiterentwicklung.

00:11:26: Auch der Grund warum diese Grippeimpfung die wird ja jährlich angepasst aber warum sie trotzdem nicht so gut schützt und vor allem nicht vor allen Influencer stemmen?

00:11:35: Genau!

00:11:35: Also die Grippeympfungen sind schon sehr gut.

00:11:41: Die schützen von schwerer Erkrankung in erster Linie Aber sie schützen eben nur vor den Stämmen, gegen die man geimpft wurde.

00:11:52: und da muss man eben so ein bisschen in die Zukunft schauen.

00:11:55: Und versuchen vorher zu sagen aufgrund der globalen Dynamik welche Stämme dann eben in der nächsten Saison im jeweiligen Land zirkulieren könnten.

00:12:04: oder kann man natürlich dann manchmal daneben liegen.

00:12:05: manchmal funktioniert der Impfstoff auch nicht ganz so gut wie vorher aber Im Grunde genommen ist das schon eine sehr gute Impfung, hat aber eben diese Nachteile dass man mit der Variabilität der Viren und dieser Vorhersage eben leben muss.

00:12:19: Und vielleicht kann man noch dazu sagen natürlich da wird auch dran gearbeitet, dass man das eben verbessert.

00:12:25: Dass man entweder zum Beispiel Antigene verwendet die sehr konserviert sind zwischen Influencervieren.

00:12:32: Da versucht man solche universelle Impfstoffe zu entwickeln möglichst breit gegen viele verschiedene Influencer-Stämme funktionieren oder man nimmt eine Mischung.

00:12:45: Das gibt es auch, dass man versucht einfach auf einmal mit neueren Impfstrategien zum Beispiel mRNA-Impfstoffen einfach ist relativ einfach vielleicht gegen verschiedene Varianten zu impfen ohne das man jetzt Viren oder virale Proteine herstellen müsste.

00:13:01: Und ich glaube du arbeitest ja auch gerade mit mehreren anderen Arbeitsgruppen an so einem Großprojekt wo daran geforscht wird, wie man eben Impfstoff oder auch Medikamente gegen Infektionen mit Influencer-Viren vorbereitet die dann tatsächlich auch schnell angepasst werden können.

00:13:18: Magst du nochmal ein bisschen was zu erzählen?

00:13:19: Genau, wir haben ein EU-weites größeres Projekt.

00:13:23: Das nennt sich Combine.

00:13:24: Da geht es tatsächlich nicht um Influencer, da geht's um hochpatrogene Viren und da benutzen wir eben das Marburg Virus als Modellsystem.

00:13:31: Es hat eine sehr starke Grundlagenforschungsrichtung, dass man versucht zu verstehen wie das Marbug Virus funktioniert und welche Rezeptoren verwendet werden.

00:13:43: zum Beispiel.

00:13:44: aber wir wollen in dem Projekt auch Workflows Pipelines entwickeln neue Arreger schneller zu charakterisieren.

00:13:52: Man bereitet sich ja vielleicht auf dieses Pathogen X vor, weil wenn ich genau wissen welches Pathogen es ist und das ist ein wichtiger Bestandteil der Pandemie-Vorsorge und in diesem Projekt fokussieren wir uns eben auf diesen Zell eintritt, weil wir da eben Expertise haben und versuchen Methoden oder Modellsysteme zu entwickeln um möglichst schnell die relevanten zellulären Faktoren zu identifizieren, die ein bestimmtes Virus benötigt um in die Zelle aufgenommen zu werden und die man dann auch gezielt angreifen oder inhibieren kann.

00:14:27: Das ist einen Punkt aber wie du schon sagst hat auch das Combine Projekt tatsächlich eine oder eine Antiviral bei einer therapeutische Seite.

00:14:36: Also wir versuchen auch so Small Molecule Drugs zu entwickeln, also kleine Moleküle wertgeschreamt hier am HZI in deiner benachbarten Gruppe in der Abteilung von Marc Bronstrup.

00:14:46: Den hattest du glaube ich auch schon mal im Podcast.

00:14:49: Genau mit dem zusammen versuchen wir solche Small Molecules zu entwickeln und dann als zweite Zweieinrichtungen auch von diesen Universal-Werkzins versuchen wir Epitope zu... charakterisieren, weil das Marburg-Virus ist auch ein systemisches Virus.

00:15:03: Also es infiziert verschiedene Bereiche unseres Körpers und die Hypothese dabei ist dass aus diesen verschiedenen Geweben in unserem Körper, sagen wir mal, das repliziert in der Leber und es impreziert vielleicht auch in unseren Immunzellen Und die Viren, die dabei produziert werden sehen immer ein bisschen anders aus.

00:15:20: Wenn man jetzt einen Impfstoff verwendet, der vielleicht nur eine von diesen beiden Varianten abbildet, dann kann das Virus vielleicht in dem anderen Gewebel munter weiter replizieren und das wollen wir verhindern indem wir eine Strategie entwickeln, die es uns ermöglicht Antigene oder Epitope zu identifizieren, die möglichst gegen alle Viren im Körper aktiv an allen Viren am Körper dargestellt werden.

00:15:46: Wahnsinn!

00:15:47: klingt sehr, sehr spannend.

00:15:48: Auch sehr anspruchsvoll und bevor uns aber jetzt Viren infizieren müssen wir ja erst mal durch unsere Schleimhäute irgendwie durch und wie die das machen?

00:15:58: Das guckst du dir auch ganz genau an und zwar eben in einem weiteren auch ziemlich neuen Forschungsprojekt.

00:16:03: also wie kommen sie überhaupt durch den Schleimen durch?

00:16:06: weil eigentlich soll der ja uns schützen, ne?

00:16:09: Ja genau das ist genau der Gedankengang.

00:16:11: Also vielleicht als Hintergrund sollte man wissen dass im Prinzip unser respiratorischer Trakt es mit so einer Schleimschicht bedeckt zum einen damit er einfach nicht austrocknet weil wir ja an die Luft einatmen und dieser Schlein ist tatsächlich auch sehr... Der schützt unsere Barriere eine Barrierei für unseren Atemwegstrakt.

00:16:36: Dieser Schleim wird eigentlich in Laborversuchen meist dann nicht beachtet.

00:16:40: Man macht dann Versuche mit Sozialkultur-Medium, das kann Schleimen drauf über den Zellen und es gibt aber auch erweiterte Modelle wo man diesen Schlei mit berücksichtigen kann Und wir haben dann im anderen Projekt einfach mal darüber nachgedacht.

00:16:54: okay was ist eigentlich in diesem Schleime drin?

00:16:57: Wie funktioniert der genau?

00:16:58: diese Fragen die du gerade auch gestellt hast Die Viren müssen da im Prinzip durch.

00:17:03: Sicht ist jetzt aktuell so, dass der Schleim eigentlich so ein viskoses Gehl ist.

00:17:08: Da sind viele Proteine drin, da ist Wasser drin, es sind viele Zucker drin, Antikörper vielleicht und all solche Sachen die man so außerhalb von Zellen findet.

00:17:17: Und wir wollen jetzt eben verstehen ja genau wie gehen die Viren dadurch?

00:17:22: Weil das ist schon so prinzipiell eine sehr gute antivirale Barriere.

00:17:29: Die wird dann eben durch diese ziliere Bewegung, wird der Schleim im Fluss gehalten und die Viren oder auch andere Partikel, die wir einatmen werden dann abtransportiert.

00:17:38: Und wir wollen ihm verstehen zum einen ja wie gelangen die Vieren trotzdem durch?

00:17:43: Und auf welche Eigenschaften des Schleims kommt es denn im Prinzip an?

00:17:48: ist der Schlem besonders riskos?

00:17:50: sind da bestimmte Proteine angereichert sind die Viern vielleicht angepasst diese Proteine oder diese Protein eben nicht zu binden.

00:17:59: Das wollen wir verstehen.

00:18:00: und im größeren Zusammenhang ist es eben auch so ein One Health Projekt, wo wir eben Tier- und Menschtiere schon menschliche Gesundheit verstehen wollen gerade im Pinzug auf solche zoonotischen Übertragungen wie Influencer vieren Der Tierschleim, sagen wir mal beschaffen gegenüber dem menschlichen Schleim.

00:18:20: Gibt es da Unterschiede?

00:18:21: Gibt's da bestimmte Anpassungen die man vielleicht im Auge behalten sollte um gerade diese Barriere besser zu verstehen die eben solche zoonotischen Spillover Übertragung verhindert?

00:18:31: Das ist das große Projekt.

00:18:33: und dann gehts hat auch noch einen weiteren Punkt, den man vielleicht noch erwähnen kann.

00:18:39: Dass wir den Schleim auch aus Sicht der Diagnostik und das als Biomarker verstehen wollen.

00:18:46: zum Beispiel wenn man jetzt... Wir haben tierischen und menschlichen Schleimen schon verglichen da sieht man Unterschiede.

00:18:51: Wir möchten auch zum Beispiel menschliche Proben miteinander vergleichen um zu verstehen ob es individuelle Unterschiede gibt.

00:18:59: Ist dein Schlein zum Beispiel sehr viel antiviraler als mein Schleime?

00:19:03: Und werd er warum?

00:19:05: Kann Kann man diese Eigenschaft vielleicht nutzen und verbessern oder einfach auch als Marker benutzen, um zu sagen okay die Person sollte sich impfen lassen.

00:19:17: Oder sollte vielleicht aufpassen und eine Maske tragen solche Dinge.

00:19:21: Das ist jetzt ein bisschen schon sehr viel weiter gedacht aber das könnte ich mir vorstellen dass es eine interessante Richtung wäre für uns.

00:19:27: Also das ist ja wirklich super vielfältig.

00:19:31: Also das ist so anschaulich irgendwie, weil ich mein man kennt es ja.

00:19:34: Wenn die Nase läuft oder aus welchen Gründen auch immer dass der Körper dann da irgendwie arbeitet.

00:19:39: aber dieses Verständnis wie dieser Schleim uns schützt?

00:19:44: vielleicht auch dann manche Menschen nicht so gut.

00:19:46: Super, super spannend und da arbeitest du ja auch mit der Arbeitsgruppe von Dr.

00:19:50: Julia Port zusammen also Transmissionsimmunologie.

00:19:54: Mit ihr habe ich auch schon mal gesprochen nämlich darüber wie Viren sich verbreiten werden.

00:19:58: gerne rein hören möchte.

00:19:59: das ist Staffel zwei.

00:20:00: Folge zwei war auch ein sehr, sehr spannendes Gespräch.

00:20:04: was ist denn so das Ziel dieser Untersuchungen?

00:20:07: Also brauchen wir mehr Schleimblöd gefragt.

00:20:11: Also zu viel Schleim ist glaube ich nicht gut.

00:20:15: Es gibt ja auch eine pathologische Bereiche, in denen der Schleimm eben besonders geartet ist zum Beispiel einer Mucovistidosis, Mystic Fibrosis.

00:20:23: da ist der Schleiem sehr zäh.

00:20:25: das ist auf jeden Fall eher schlecht.

00:20:28: es geht vor allem vielleicht eher um die Eigenschaften des Schleims also Also wirklich die biophysikalischen Eigenschaften wollen wir verstehen.

00:20:37: Die Dichte, die Viskosität, Proteingehalte, Zuckergehalt dann auch wirklich auf modikulare Ebene.

00:20:43: welche Zucker sind drin?

00:20:44: Welche Proteine können wir auch isolieren und schauen, welche Faktoren wirklich binden an die Viren und bedingen vielleicht eine verbesserte oder verzögerte Viruspenetration durch den Schleim.

00:20:57: also erst mal ein besseres Verständnis wie der Schlein funktioniert Gerade mit Hinblick auf eben zernotisch übertragen und Spillover-Events, Tier Mensch.

00:21:10: Und dann im weiteren Sinne wiederum als Mone Health Gedanken atmen wir ja auch noch andere Dinge ein.

00:21:17: Wir atmen im Sommer vielleicht Pollen ein, wir atmen Staub ein.

00:21:22: Sahara Sand atmen wie vielleicht ein.

00:21:24: was hat das für einen Effekt auf den Schleim?

00:21:28: Da muss man schon sagen, dass das natürlich sehr komplexe Effekte im Körper auch haben kann.

00:21:33: Das Immunsystem, du hast schon gemeint, dass die Nase läuft.

00:21:36: Das ist jetzt bei uns ein bisschen reduziert und wir versuchen es wirklich auf den Schleim zu reduzieren und die körperliche Reaktion wird dabei in erster Linie erst mal außer Acht gelassen.

00:21:49: Und genau so, dass wir erstmal verstehen welche Faktoren es sind dann können wir eben in diese diagnostische Richtung gehen, Schleinisolate daraufhin beproben, haben die bestimmte Signatur aus solchen Eigenschaften.

00:22:05: Die sehr kompatibel sind mit der bestimmten Virusinfektion und kann man diese Eigenschaft vielleicht sogar in Zukunft verändern idealerweise?

00:22:14: Dass man die Leute, Personen dann schützt.

00:22:16: Spannend ja!

00:22:18: Also was ich jetzt auch rausgehört habe, du hast ja super viele Gemeinschaftsprojekte.

00:22:22: Mit nationalen und eben auch internationalen Partnern- und Arbeitsgruppen.

00:22:27: Was bedeutet dir eigentlich diese Kooperation?

00:22:31: Ja also Kooperation und Zusammenarbeit ist sehr zentral bei uns eigentlich.

00:22:37: Das fängt hier in der Gruppe an Wir arbeiten miteinander, wir arbeiten mit den anderen Gruppen in der Abteilung.

00:22:44: Wir haben sehr vielfältige Interaktionen am Zentrum und es geht auch darüber hinaus.

00:22:49: also das ist im Prinzip so ein ganz zentraler Punkt eigentlich des wissenschaftlichen Lebens dass man eine Community hat.

00:22:58: Am Netzwerken hört man immer sehr wichtig, dass man kennt sich, man liest die Arbeiten der anderen Leute, man weiß was die anderen Leute machen Und so kommt man im Prinzip in solche Projekte rein.

00:23:08: Ich finde das super wichtig, ich versuche es auch in meiner Gruppe weiterzugeben.

00:23:14: also die Leute haben oftmals vielfältige Interaktionen sind in solche Kooperationsprojekte eingebunden dass man einfach merkt... Es macht einerseits macht es viel mehr Spaß wenn man mit anderen Leuten zusammenarbeiten kann.

00:23:27: Man kommt auch schneller voran weil man eigentlich nicht alles selbst machen kann.

00:23:30: Wir haben eine Core Expertise, eine zentrale Expertise.

00:23:35: Aber wenn man jetzt zum Beispiel jemanden braucht, der sich mit Protein-, Proteomik auskennt oder mit der Chemie- oder solche Small Molecule Screens macht dann spricht man eben über solche Projekte und so kommen Kooperationen zu Stande.

00:23:49: Schön ja!

00:23:50: Gibt es da was wo du sagst?

00:23:52: Da können wir vielleicht auch als Gesellschaft von der Forschung etwas lernen.

00:23:57: Ja also im Prinzip Finde ich, ist es eine sehr zentrale Offenheit.

00:24:05: Das könnte man vielleicht auch in andere Bereiche übertragen und dass man sich für andere Dinge interessiert.

00:24:10: Da sind auch wirklich Länder und Grenzen und alles spielt eigentlich gar nicht so eine Rolle.

00:24:16: Es ist wirklich eine sehr diverse Umgebung.

00:24:22: Dass man sich interessiert offen ist, überhaupt nichts bewertet.

00:24:27: erst mal eine sehr kollegiale Umgebung sich in der kollegialen Umgebungen bewegt, ohne Hintergedanken oder um einfach ein Projekt oder Dinge gemeinsam voranzutreiben.

00:24:49: Ohne starke Konkurrenzgedanken zum Wode des Projekts, um einfach was Neues rauszufinden und etwas zusammenzumachen.

00:24:59: Vielleicht können wir da ja alle ein bisschen was draus mitnehmen für unseren Alltag!

00:25:04: Was ist denn so dein Ziel?

00:25:06: Also worauf arbeitest du hin?

00:25:08: Was wünschst du dir mit deiner Forschung zu erreichen?

00:25:12: Wir sind ja noch ein sehr junges Team eine sehr junge Gruppe.

00:25:15: also zunächst mal wünsche ich mir das nach unserer Gruppe sich etabliert, dass auch unsere Ziele und unsere Konzepte etabliers sind in der Community.

00:25:26: Also wir haben so ein paar Dinge jetzt neu angefangen die würde ich schon gerne einfach ja etablieren und sodass sich das eben als neue oder als Forschungszweig-Forschungsrichtung etabliert nach diese Nanoinfektionsbiologie aus wissenschaftlicher biologischer Sicht einfach um Dinge besser zu verstehen, wie wir mit Zellen kommunizieren.

00:25:49: Einfach da gibt es jetzt neue Hinweise und neue Ideen und Hypothesen.

00:25:55: Und dann haben wir viel über die Summucosache besprochen.

00:25:58: Da denken wir auch viel über einfach weiterführende Dinge nach, dass man aus der Grundlagenforschung bestimmte Aspekte dann eben weiterträgt in Therapieentwicklung zum Beispiel, also neue diagnostische Ansätze, neue Therapieansätze.

00:26:18: Dass es auch wirklich irgendwie einen langfristigen Impact hat was wir machen.

00:26:23: Wir hatten ein paar Punkte angemerkt.

00:26:25: das wäre natürlich schön wenn sich davon auch ein paar Dinge vielleicht dann irgendwie ja als gut herausstellen oder irgendwie etabliert werden können.

00:26:39: Das würde ich mir wünschen, sagen wir mal so für die nächsten zehn Jahre vielleicht.

00:26:44: Wir denken im Moment viel über Transferprojekte nach weil es hier am HZI gute Strukturen dafür gibt.

00:26:51: also das würde mich auch freuen wenn's da zum Beispiel vielleicht gibt in in zehn Jahren irgendwie ein solche Muckus Essay Kit in Krankenhaus und dann können die Leute eben wenn sie reinkommen kriegen sie einen Muckos getestet vielleicht irgendwie ein Häkchen machen auf dem Anamneselblatt und dann sagen okay, vielleicht sollte man darauf achten bei der weiteren Behandlung der Person.

00:27:13: Das

00:27:13: finde ich auf jeden Fall eine... also ich würde es sagen eine schöne und vielleicht auch eine realistische Vision.

00:27:19: aber als Wissenschaftler forscht du ja verdammt viel.

00:27:23: Man merkt auch dass du das mit sehr großer Leidenschaft auf jeden fall tust so wie du darüber berichtest.

00:27:31: Aber dein Tag hat eben auch nur vierundzwanzig Stunden.

00:27:34: Braust der vielleicht auch mal ein bisschen Ausgleich?

00:27:36: Was machst du da?

00:27:37: Familie ist ein großer Gegenpol.

00:27:40: Also wir machen viel mit der Familie.

00:27:43: Ich interessiere mich für Dinge, für Sport, Videospiele... ich habe im Moment würde ich sagen, würde nicht behaupten dass ich irgendwie Hobbies nachgehe ehrlich gesagt aber ich interessier mich für Sachen und versuche da so ein paar Dinge vielleicht voranzutreiben.

00:27:57: Aber sagen wir mal bei der große Gegenpol ist die Familie und Dinge die wir dann eben außerhalb der Arbeit mit der.

00:28:04: Hast du vielleicht noch eine Art Take-Home Message für unsere Hörerinnen und Hörern?

00:28:10: Vielleicht dieser One Health Gedanke ist, finde ich eine gute Take-home Message.

00:28:13: Dass man vielleicht einfach bedenkt in der Welt oder ein bisschen mehr darüber nachdenkt über die Welt, in der man sich befindet und dass unsere Gesundheit mit der Gesundheit vielleicht der Tiere zusammenhängt das bestimmte Grenzflächen eben bestehen, dass Dinge übertragen werden können.

00:28:31: wir haben es in den letzten Jahren natürlich irgendwie zu spülen bekommen Die Virologie, die Infektionsbiologie auch wirklich hart daran arbeitet diese Dinge zu verstehen und auch die Bevölkerung oder besser uns selbst alle.

00:28:49: Die Bevölkerung besser zu schützen und dass man einfach wieder mehr Vertrauen vielleicht in die Wissenschaft gewinnt.

00:28:59: Das hat er so ein bisschen gelitten vielleicht über die letzten Jahre.

00:29:04: Wir hatten über Kooperation gesprochen.

00:29:06: Es gibt wirklich viele Netzwerke und viele schlaue Leute, die versuchen diese Sachen zu verstehen und Mechanismen zu entwickeln Konzepte zu entwickeln um uns besser zu schützen vor dem nächsten Ausbruch.

00:29:19: Und wenn sich die Leute dafür interessieren finde ich das total cool.

00:29:24: Das hoffe und glaube ich auf jeden Fall auch.

00:29:28: Vielen vielen Dank für deine Zeit und das spannende Gespräch.

00:29:31: Ja, sehr gerne.

00:29:32: Vielen Dank!

00:29:32: Professor Christian Sieben erforscht wie genau Viren in Schleimhautzellen eindringen damit wir ihn künftig zu vorkommen können.

00:29:40: Infact ist ein Podcast der Helmholz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH Braunschweig produziert von TV & Corporate Media Creative Producer Rolf Rosenstock.

00:29:50: Ich bin Julia Dehmann.

00:29:51: Das war die zweite Folge unserer dritten Staffel und wir hören uns in der nächsten Folge wieder Tschau.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.